Verwirrung an der Foodfront?

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So da blogge/n ich/ wir nun, zuerst noch am heimischen Herd, nun schon in den weiten Welten des WWW.

Aus Spaß an der Freud´, sicher, aber eventuell auch etwas narzisstisch.

Ich bin ja kein Kind der „Handy-Generation“, ich bin noch quasi im Wald aufgewachsen, kenne noch die sogenannten Vierteltelefone (dh. 4 Teilnehmer teilen sich einen Anschluss – nervig, denn es war öfter besetzt als man telefonieren konnte). Heute kein Thema, wir haben alle unser eigenes Handy und sind rund um die Uhr nicht nur erreichbar, sondern direkt mit dem WWW verbunden. Rückblickend frag ich mich zum einen, „wie konnten wir das nur überleben“ und zum anderen, „warum sind wir so abhängig von all diesen Geräten“? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, wenn wir wollen, sind wir nach wie vor sehr analog-menschlich.

Die Zeiten haben sich geändert und das ebenfalls in der Welt des Essens. Waren Vegetarier vor ca. 20 Jahren noch liebevoll belächelte Ökofuzzis, sind sie heute eine nennenswerte Größe, um die man nicht mehr herumkommt.

Was allerdings relativ neu ist, ist die Tatsache, dass jetzt alle Esser eine Gruppenzuordnung genießen (sich selbst geben?): Vegetarier, Veganer, Fruttarier, Flexitarier, Cleaneater, Palio-aner,…. – Fleischesser haben keinen gesonderten Namen, sie sind derzeit „out“ und damit keiner besonderen Bezeichnung wert, kommt mir vor. Ich hörte auch schon vom „Zickenkrieg“ zwischen Vegetariern und Veganern. Letzteren sind Erstere zu wenig radikal.

Puh, da muss ich erstmal tief durchatmen. Ich weiß schon, Essen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, aber deswegen so einen Zinnober abhalten? Gesundheit ja, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit, Wertschätzung,….naja, all diese feinen Begriffe eben, die sich in einem empathischen Menschenherzen eben sammeln können, und in vielen, wunderbaren Aktionen und Handlungen ihren Ausdruck finden. Aber was das Essen betrifft, übertreiben wir da nicht? Ich nehme mich da nicht aus. Ich gehöre zwar zur „gerade-out-Gruppe“ mache das aber mit Cleaneating wieder wett, …. und …, ja genau, da haben wir´s, ich rechtfertige mich. Und so geht es sicher so Einigen, egal von welcher Gruppierung, es gibt immer ein Gegenüber, dass die Nase rümpft und belächelt oder belehren oder gar bekehren möchte.

Resultieren daraus die ganzen Food Blogs? Sind das in die Welt getippte Rechtfertigungen, für das individuelle und sehr persönliche Essverhalten? Belehrungen und Bekehrungen? Klar, niederschwellig, niemand wird gezwungen einen Food Blog zu lesen und ich bin sicher, wir schreiben alle in bester Absicht und es wurden auch schon Leser inspiriert.

Und da ist sie, die Berechtigung, der positive Aspekt, auch bei allen aufkommenden Zweifeln, von wegen Narzissmus. Wir geben etwas, bewahren die täglichen, kleinen Kunstwerke des Alltags und inspirieren. Und da jeder Mensch individuell ist, braucht es so viele verschiedene Food Blogs, damit für jeden etwas dabei ist. Der prall gefüllte Tisch im Netz, trägt die Essenskultur in die weite Welt und bewahrt sie da.

Wenn es der Seele gut tut sagen zu können:“ Ich bin …. (bitte in Gedanken einen passenden Essensgruppennamen einfügen zb: Vegetarier)“ dann soll es uns recht sein. Wie meine Oma immer sagte: „ Jedem Tierchen sein Plaissierchen!“

Ach ja, wusstet ihr, dass man neuerdings nicht mehr Suppe isst sondern „soupt“?

Ich glaub irgendwo gibt es eine kleine Wortspendenstelle, die sich all diese kreativen Begriffe ausdenkt 😉

Na dann Prost & Mahlzeit 😉

Alles Liebe

Beate

 

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