Einmal Ohne

Samstag Mittag habe ich zu Tisch geladen und einfach nur durch und durch genossen – das Essen. Ohne Hektik, ohne große Überlegung für Fotos, einfach nur Geschmack & Genuss – Gaumenfreuden pur!

Essen ist etwas so alltägliches, dass so manch einer auf den Genuss vergisst. Wo ist die Zeit geblieben? Wir leben, wir arbeiten, wir haben Stress und vorallem vergessen wir zu filtern worauf es ankommt. Sich Zeit zunehmen nämlich! Nanet nana – jeder weiß wie schwierig es ist, zwischen diesem täglichen Hin& Her auch noch Platz für Ruhe und Gemütlichkeit zu schaffen. Wir rennen wie ein Hamster in einem Laufrad zwischen Büro und Hausarbeit und den Allfälligkeiten.

Planen! – Klar auch dies beansprucht Zeit und wofür? Ja genau, damit wir endlich  Zeit für Genuss, Ruhe und Gemütlickeit finden. Und das – nur für uns und unsere Lieben. Großartig!

Samstag war es dann soweit – Freunde & Familie. Klein aber fein.

Ein weißer, quadratischer, Esstisch wurde dekoriert. Ein grauer Tischläufer ausgebreitet, die zuvor gekauften rosa-weißen Tulpen in eine Vase mit Wasser verfrachtet – sie gesellten sich in die Mitte des Tisches und verbreiteten Freude mit ihrem Frühlingsduft und ihrer Farbpracht.

Das gute Serviese durfte zu Tisch. Frisch poliert. Weiß. Olivefarbene Kerzen brannten während des Essens. Gemütlichkeit pur.

Freunde sind gute Seelen, die als Helfer immer gerne gesehen sind. Diesen Samstag war meine Freundin Stefanie zu Besuch, die mir vorab schon zur Seite stand und mit mir die Zutaten, bei guter Musik und Getänzel in der Küche verarbeitete.

Lust auf’s Essen, kochen und jede Menge Freude  – das ist der Plan.

Das Essen.

Süßkartoffeln werden geschält und in 1 cm dicke Scheiben geschnitten. In einer großen weißen Plastikschüssel sammeln sich Bio Olivenöl, frischer Thymian aus dem Garten, Oregano, Knoblauch, selbstgemachtes Kräutersalz und Pfeffer. Nach und nach werden die Scheiben der roten Knolle in der Marinade gewälzt. Der Ofen  auf 180° C vorgeheizt. Das Backblech mit einem Backpapier versehen. Reihe für Reihe legt Stefanie liebevoll die Kartoffelscheiben auf, um sie dann für 40 Minuten im Backrohr entspannen zu lassen.

Währenddessen bereite ich die Nachspeise vor. Muffins – gesund, süß und lecker. Essen ohne Dessert? Nicht auszudenken. In einer anderen Schüssel 2 Eier, eine halbe Packung Magertopfen, 100g Proteinpulver, Himbeeren, Apfelraspeln, Mandeln und eine Packung Backpulver ordentlich mischen. Etwas Ruhe für den Teig darf es dann auch sein, mit Frischhaltefolie abgedeckt und zur Seite gestellt. Aber nur Muffins? Nein. weitere Äpfel werden geschält, ein kleiner Topf mit Wasser gefüllt, auf den Herd gestellt und gewartet bis das Wasser zu sprudeln beginnt.

Die Musik immer laut im Hintergrund und unser Mitgegröhle im Vordergund, welches zwar noch nicht reif für die Bühne ist, aber im kleinen Kreis die Stimmung immer wieder zu einem überaus freudigen Höhepunkt bringt. (Unter uns – zugegeben niemand würde das wirklich hören wollen, aber die Freude am Tun ist für uns das Wahre) Tänzer werden wir zwei in Naher Zukunft wahrscheinlich auch nicht – Hauptsache das Essen hat sich während der Zubereitung nicht beschwert.

Zurück zum Dessert. Das Wasser kocht bereits am Herd und die Apfelstücke nehmen ein heißes Wasserbad, bis sie weich sind. Mixer zur Hand und die Äpfel im Topf pürrieren. Etwas Zimt, Sternanis und Kardamom dazu. – Apfelmus als schmeichel-sanfter Begleiter der Muffins.

Eine Stunde noch bis die Familie kommt. Zeit für eine kurze Kochpause und etwas Getratsche. . .

Die Hühnerbrüste warten auf uns. Noch eine Schale mit frischem Olivenöl, Thymian, etwas gepresster Zitrone, Oregano, klein gehackten Zwiebeln und Rosmarien (Ich liebe Rosmarien). Die fünf Hühnerbrüste genossen eine Massage mit dem selbst zubereiteten „Massageöl“ und erleben danach noch eine kleine Zieh- und Ruhepause im Kühlschrank.

Ein kurzer Blick zu den Süßkartoffeln, die den Duft, beim Öffnen des Backrohres, im Raum verteilen.

Für den Brokkoli wird ein Salzwasserbad vorbereitet.  5 Minuten dürfen die Röschen ins heiße Wasser, bevor sie dann kalt abgeschreckt werden.

Es klingelte.

Der Rest der Familie hat es geschafft und das Essen ist auch so gut wie fertig. Gleich wird geschlemmt, geplaudert, genossen – einfach gemütlich – Momente zum Seele baumeln lassen und Akkus laden.

Dank meiner offenen Küchhe kann ich mit meinen Lieben tratschen und schnell noch die letzten Handgriffe setzen:

Eine große, beschichtete Pfanne, 2EL Öl und ordentlich Hitze. Das Fleisch 3 Minuten auf jeder Seite braten bis es Farbe annimmt, Temperatur senken und die Marinade zu den Hühnerbrüsten leeren. Köcheln lassen bis sie gar sind (ca 10 Minuten).

Schon gehts los, es wird angerichtet und dann klappert auch schon das Besteck  über die Teller und wo vorher noch gemütlicher Tratschpegel herrschte ist jetzt genussvolle Stille 😉 Kühles Wasser mit Zitronenscheiben und ein Achterl Weißwein sind die flüssigen Begleiter.

Nachspeise: Ich hole meine herzförmigen Silikon-Muffinformen hervor und gieße den Teig vorsichtig in die Förmchen. Der Ofen wird erneut auf 175°C vorgeheizt. Das Apfelmus wird nochmals von der Herdplatte geküsst und erwärmt. Die Apfel-Himbeer Muffins saunieren dann 25 Minuten im Ofen.

Kleine Küchlein auf kleinen Tellern, mit dem Apfelmus, etwas Zimt  und Zucker und eine Tasse Kaffee – Herz was willst du mehr?

Das Essen war ein voller Erfolg und für mich eine riesen Freude. Keine Hektik, kein Stress, keine Fotos – einfach nur weil wir Zeit für uns, die Familie, die Freunde hatten um gemeinsam zu lachen und zu genießen.

Ein Foto ist dann doch entstanden. Die ultimative Erinnerung an einen gelungenen Nachmittag.

Genuss

 

Ich wünsche euch viel Freude beim Zeit nehmen und geniessen!

Eure Verena

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Einmal Ohne

  1. Wow, so ein schöner Text… ääh Tag! 😉 Aber beim Lesen hast du in meinem Kopf genau die richtige gemütliche Stimmung hervorgerufen, die ihr bestimmt hattet! Und die Musik hab ich auch gehört – im Geiste 😛
    Super Idee auch, die Rezepte so mitten hineinzuschreiben, mal was anderes und so liest man doppelt gerne bis zum Ende! 🙂
    Liebe Grüße,
    Tanja

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