A Schmankerl ausm Kärntner Woid

Was ist klein, gelb und steht im Wald ? Richtig! Entweder ein Pikachu oder ein Eierschwammerl. Da wir uns aber aus dem aktuellen Pokemon Trend nicht soviel machen, sondern lieber kochen, begaben wir uns auf die Jagd nach dem wohlschmeckenden Gold, das aus dem Kärntner Waldboden sprießt.

Endlich Urlaub! Und wo ging’s hin? In unsere kleine Almhütte in Kärnten. Weit und breit keine Nachbarn, nur Wälder, Wiesen und Pokemon! Nö, Spaß bei Seite. Natürlich Schwammerl! Der Bonus: Mein Freund und seine Familie sind total schwammerlnarrisch und immer gerne auf der Jagd nach ihnen. Somit ein Leichtes, wenn man einen wahren Schwammerlkenner bei der Suche an seiner Seite hat.

In Kärnten angekommen ging es nach einem kurzen Zwischenstopp in Velden am Wörthersee und dem Auspacken in unserer Hütte, sofort weiter über die Leiden hinauf in den Wald. Die Körbe und Schwammerlmesser waren immer mit dabei! Zu unserem Pech, war der Wald leider die ersten Tage sehr trocken und unsere Ausbeute eher mäßig. Somit waren wir vom prall gefüllten Korb noch eher weit entfernt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Zum Glück meinte es das Wetter gut mit uns. Nach traumhaftem Sonnenschein tagsüber und verregneten Nächten, gewann der Wald endlich an Feuchtigkeit und unsere kleinen Freunde begannen zu sprießen.

Nach drei Tagen romantischer Zweisamkeit in der kleinen urigen Hütte, stießen am Freitag vier Freunde dazu. So bekam unser Romantikurlaub noch ein Actionwochenende drangesetzt. Das nenn ich mal den ultimativen Urlaub!

Samstags ging es dann für drei von uns, gleich um 6 Uhr in der Früh in die tiefen Wälder Kärntens. Während die anderen noch schliefen, machten die Frühaufsteher sich schon fleißig auf die Suche. Und was soll ich euch sagen? Die Körbe waren bei ihrer Rückkehr prall gefüllt -und die Freude riesen groß. Dieses Gefühl, wenn man in der Leiden steht und zwischen lauter grünem Moos und Blättern, etwas Gelbes hervorblitzen sieht, ist unbeschreiblich. Es ist wie eine Schnitzeljagd mit Belohnung. Zum Ausgleich zu der ganzen Action, wurde anschließend bei guter Musik fleißig Schwammerl geputzt.

Die Sonne strahlte uns ins Gesicht, während die einen auf der Wiese Karten spielten und die anderen mit Genuss das Essen vorbereiteten.

Putzen

So ausgeglichen war ich wirklich schon lange nicht mehr, weg von dem ganzen Alltagsstress, alles vergessen und nur genießen. Jede einzelne Minute davon. Die frische Luft und das Quellwasser direkt vor unserer Tür. Kein Vergleich gegenüber Zuhause. Ich kochte nicht deshalb abends, weil ein Essen am Tisch stehen musste, sondern endlich wieder aus tiefster Freude! Gemeinsam mit meinen Mädels saß ich am Tisch und tratschte gemütlich dahin, während wir Zwiebel, Schwammerl, Petersilie und Co. schnitten. Ich könnte es tausendmal sagen, aber es war einfach soooooo gemüüüüütlich!!! 🙂

Ofen

Wisst ihr was das Tollste war? Kein Elektroherd ! 🙂 Alles wird noch mit Holz angeheizt und fließendes Wasser gibt es auch nur im Badezimmer. Abgewaschen wird natürlich noch mit der Hand. Mit Musik im Hintergrund, halfen wir tagtäglich zusammen, die einen wuschen ab, die anderen kochten, die Aufgabenverteilung war jeden Tag anders und immer  ein tolles Miteinander.

 

 

 

Und was gibt’s Besseres zum Tagesabschluss, als eine ganz klassische Eierschwammerlsoß‘ mit Semmelknedl.

Zutaten für 6 Personen:

Die Schwammerlsoße:

  • ein halber Korb voll Eierschwammerl (wer sie nicht selber findet, muss Sie wohl beim Billa kaufen; ca. 3 Kg)
  • 3 Zwiebel
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Bund Petersilie
  • Salz/Pfeffer
  • etwas Oregano
  • 1 gestrichener EL Mehl zum Binden

Die Knedl (ca. 12 mittelgroße):

  • 500g Semmelwürfel
  • 70g Butter
  • 4 EL Mehl
  • 330 ml Milch
  • 1 Stk. Zwiebel
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 4 Eier
  • Salz

Zubereitung für die Soße:

Zwiebel klein hacken und in etwas Öl glasig anbraten. Die Eierschwammerl nicht zu klein schneiden, da sie beim Dünsten in der Pfanne sowieso viel Wasser verlieren und kleiner werden.

Wenn die Eierschwammerl zusammengefallen sind, das überschüssige Wasser aus der Pfanne abgießen.

Nun die geschnittene Petersilie, Oregano, Salz und Pfeffer unterrühren. In etwas schnellerem Tempo bei niedriger Hitze den Sauerrahm einrühren. Achtung: Hitze unbedingt etwas runterstellen, sonst entstehen Bröckerl.

Schlagobers darüber gießen und weiter köcheln lassen. Zum Schluss könnt ihr noch das Mehl einrühren, da dies die Soße etwas bindet und sie somit cremiger macht.

Zubereitung für die Knödel:

Eine Pfanne heiß werden lassen, die Butter darin schmelzen und die gehackten Zwiebel darin glasig anbraten. Gut auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Eier aufschlagen und gut verquirlen. Mit Milch und Salz vermischen und über die Semmelwürfel leeren. Abschmecken, gegebenenfalls nachwürzen und dann etwas stehen lassen.

Die Petersilie waschen, trocken schütteln und klein hacken.

Petersilie, die ausgekühlten Zwiebeln und die Semmelwürfelmasse gut vermischen und einige Zeit anziehen lassen.  Zum Schluss das Mehl untermengen.

Hände mit kaltem Wasser befeuchten und aus dem Teig gleichmäßig große Knödel formen. Mit meinen „Wunzhänden“ wurden meine Knödel leider nicht allzu groß. 😉

In der Zwischenzeit Wasser in einem großen Topf aufkochen lassen, salzen und die Knödel einlegen. Das Wasser nicht zu stark wallen lassen, sonst zerfallen die Knödel.

Die Semmelknödel ca. 10 Minuten leicht sieden lassen, aus dem Wasser nehmen und eventuell noch mit etwas frischer, gehackter Petersilie garnieren.

Fertig ist das „Hüttengaudi“-Gericht. 🙂 A richtig’s Kärnter Schmankerl. 😉

Schwammerl

Wir aßen, plauschten und ließen den Abend richtig entspannt ausklingen. Da es etwas später zu regnen begann, verlagerten wir unsere Tafel Runde ins Warme.

Am Sonntagmorgen brachten wir die Hütte in Windeseile in den Normalzustand zurück und machten uns auf den Weg nach Pörtschach am Wörthersee. Ein letztes Sonnentanken vor dem großen Abschlussereignis.

 

 

Oh, das hab ich ganz vergessen zu erzählen: Zum perfekten Abschluss gab’s für mich noch einmal einen richtigen Adrenalinkick. Bungeejumping von der Jauntalbrücke!!! Etwas mulmig war mir schon das ganze Wochenende. Ich wurde in 96 Meter Höhe an ein Seil gehängt. Sollte ich einfach in’s Nichts springen? Naaaaa klaaaar! Mein Bruder und ein Freund von uns sprangen ebenfalls. Mit etwas mehr Power als ich, muss ich gestehen.

Zugegeben, ich wusste schon zuvor, dass ich in so mancher Lage ein kleiner „Hosenscheißer“ bin und nicht so mutig mich waghalsig eine Brücke hinunterzustürzen. Für mich zählte das also eher als  „Mutprobe“ für mich selbst. Und was soll ich sagen? Nach dem dritten Anlaufversuch, einem halben Zusammenbruch und einem kurzen Gedankengang einen Rückzieher zu machen, habe auch ich meine Ängste überwunden und bin gesprungen. WAHNSIIIIINN!! Die Sorgen, die Gedanken, alles weg. Du fühlst dich einfach nur frei. Frei von allem. Gedankenlos. Schwerelos! Ich kann es nur jedem empfehlen. Ein bisschen Stolz war ich schließlich auch auf mich und meinen neu erworbenen Mut 🙂

Somit genießt das Leben, das Essen, erfreut euch an euren Liebsten und habt eine schöne Woche.  😉

Muhlis

Eure Verena

 

 

 

 

 

 

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